Am 5. Februar kamen die Fellows im Alter von 15 bis 18 Jahren aus allen Teilen Deutschlands ins Klinikum rechts der Isar, um im Lehrkrankenhaus der Technischen Universität München (TUM) ihre Aufnahme-Urkunden entgegen zu nehmen. Überreicht wurde Ihnen das Dokument von Regina Pötke von der Roland Berger Stiftung und von Dr. Alexander Lehmann von der Else Kröner-Fresenius-Stiftung. Die Fellowship ist eine Kooperation beider Stiftungen und bundesweit einzigartig: Nirgendwo sonst werden junge Menschen mit dem Studienwunsch Medizin schon an der Mittel- bzw. Oberstufe gefördert.


Zuvor hatten die jungen Frauen und Männer im Simulationszentrum des Medical Training Center der TUM Hand anlegen dürfen. Dort, wo auch die „echten“ Medizin-Studierenden an lebensechten Puppen und mit authentischer Medizintechnik erste praktische Handgriffe üben: So konnten die Fellows anatomisch korrekte Köpfe intubieren, in einem voll ausgestatteten OP-Saal Prozess und Technik einer Narkose-Einleitung simulieren und mit einem Laparoskop ihre Geschicklichkeit bei einem minimalinvasiven „Eingriff“ in den Bauchraum unter Beweis stellen.


„Was motiviert mich eigentlich so stark, Mediziner zu werden“, fragte am Nachmittag Prof. Pascal Berberat in seinem Vortrag und ermutigte die Fellows, sich einer ehrlichen Selbstanalyse zu stellen. Fernsehserien wie „Grey’s Anatomy“ oder „Emergency Room“ seien für so manchen Mediziner die erste Inspirationsquelle gewesen, sagte der Chirurg, der aktuell den Lehrstuhl für Medizindidaktik und Bildungsforschung am TUM Medical Education Center bekleidet. „Es ist in Ordnung, wenn Sie solche Vorbilder haben. Sie sollten nur bereit sein, ihr Bild, ihre Erwartungen und Wünsche an den Beruf immer wieder anzupassen und zu reflektieren, ob dieser sehr spezielle Beruf wirklich für Sie passt.“


Mit einer interaktiven Gesprächsrunde im Rahmen des Programms „LET-ME zur kreativen Kultivierung ärztlicher Professionalität“ ging es weiter im Programm. Dabei stand die eindringliche Bitte von Prof. Berberat im Vordergrund, sich trotz des anspruchsvollen Studiums und einer ebenso faszinierenden wie zeitintensiven Tätigkeit nie völlig vom Beruf „auffressen“ zu lassen. „Spielen Sie weiter ein Instrument, machen Sie weiter Sport, gehen Sie ins Theater, ins Konzert und ins Kino. Bleiben Sie Mensch“, forderte Berberat, „nur so können sie empathisch auf die Menschen eingehen, die Ihre Patienten sein werden.“


Dass der Weg dorthin noch einige Kurven hat, machte das Round-Table-Gespräch mit drei praktizierenden Ärztinnen des Klinikums rechts der Isar sowie drei noch in der Ausbildung stehenden Medizinerinnen und Medizinern deutlich. Auf die Vorstellungsrunde der sechs folgte eine lebhafte Fragerunde. Die Else Kröner Fellows wollten Informationen zum bundesweiten Medizinertest TMS, zu den Erfordernissen diverser Facharztausbildungen und zur Arbeitskultur an Kliniken im Allgemeinen. „Es ist eine fordernde Aufgabe, man verbringt viele Stunden in der Klinik“, sagte die 39-jährige Gynäkologin in der Runde und lächelte vielsagend: „Deshalb muss der Beruf Spaß machen. Ich persönlich würde immer wieder Ärztin werden wollen.

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