Claudia Piatzer, Tagungs-Leiterin und Programmleiterin des Deutschen Schülerstipendiums, machte bei ihrer Begrüßung deutlich, wie essenziell die Vernetzung und der Austausch der Pädagoginnen und Pädagogen untereinander ist, die als Verbindungslehrer eine ganz wesentliche Rolle zwischen Schülern, Schule und der Roland Berger Stiftung einnehmen. 


Vorstand Regina Pötke ließ noch einmal die Historie des Deutschen Schülerstipendiums Revue passieren und unterstrich die Bedeutung des Partnerschulmodells bei der Auswahl geeigneter Stipendiatinnen und Stipendiaten. Ziel sei es nicht, Hochbegabte zu fördern. Sondern begabte und engagierte Kinder und Jugendliche, die im Elternhaus nicht die notwendige Unterstützung erfahren. 


Erfahrungsaustausch, Best-Practice-Beispiele und informelle Gespräche zwischen den Pädagoginnen und Pädagogen standen im Mittelpunkt des zweitägigen Treffens. Dazu gab es Impuls-Vorträge und Workshops zu aktuellen Themen.


So referierte die Würzburger Medienwissenschaftlerin Dr. Astrid Carolus über die „Generation Online“ und über die Psychologie des Medienphänomens „Hate Speech“. Fazit: Die emotionalen Bedürfnisse der „Generation Online“ sind ebenso wenig neu, wie das Phänomen Ausgrenzung und Mobbing. Durch soziale Medien erlange „Hate Speech“ aber eine nie dagewesene, schockierende Sichtbarkeit.


In einem weiteren Workshop konnten sich die Teilnehmenden darüber austauschen, wie problematisch sich der „Prozess der Digitalisierung“ an Deutschlands Schulen vollzieht. Dabei wurde deutlich, dass sich alle Teilnehmenden mehr Unterstützung von Seiten der Politik und der Schulbehörden wünschen. In einem dritten Workshop wurden digitale Tools vorgestellt, die eine individuelle Förderung von Lernenden ermöglichen: Ein Thema, das ins „Herz“ der Erfahrungen und der bildungspolitischen Forderungen der Roland Berger Stiftung trifft.


Ein Vortrag von Prof. Gerd Gigerenzer, Direktor des Harding Zentrums für Risikokompetenz am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, bildete den Schlusspunkt des ersten Tages. Gigerenzer sprach über „Die Kunst des Entscheidens“ und machte deutlich, wie wichtig Intuition als Entscheidungshelferin auch in komplexen Lebensfragen sein kann. Vor allem dürfe menschliche Intuition als Wegbereiterin von Innovation nicht unterdrückt werden: „Wie hemmt man Innovation“, fragte Gigerenzer: „Indem man nach einer rationalen Begründung für jede neue Idee verlangt.“


Der zweite Tag des Netzwerktreffens startete mit einer Vorstellung des Mentorenprogramms an den Partnerschulen. Barbara Loos, Gesamtkoordinatorin, und Christoph Hoffmann, Koordinator für das Mentorenprogramm in den ostdeutschen Ländern, führten durch das Thema. Anschließend sprach Dr. Beate Reinhold, Kulturvermittlerin der Roland Berger Stiftung, über Chancen und Herausforderungen kultureller Vielfalt, wie sie sich auch bei den Stipendiatinnen und Stipendiaten stellen: Rund 70 Prozent der aktuell geförderten Kinder und Jugendlichen haben einen Migrationshintergrund.


Um dem großen Bedürfnis nach Austausch und Vernetzung gerecht zu werden, klang die Veranstaltung mit drei moderierten Workshops aus, in denen die Lehrerinnen und Lehrer noch einmal über Themen sprechen konnten, die ihnen besonders am Herzen lagen. Auch das persönliche Gespräch mit den Projektleitern aus den Regionen und mit den Münchner Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stiftung wurde von den Teilnehmenden gesucht und geschätzt.