Pressemitteilungen Schülerstipendium

Schulbücher von heute sind digital

"Unser Programm zeigt, wie Kinder und Jugendliche mit schweren Startbedingungen erfolgreich digital lernen.“

München, 27. April 2020 - Der andauernde Unterrichtsausfall in der Corona-Krise stellt sozial benachteiligte Schülerinnen und Schüler vor extreme Herausforderungen und wird die Chancenungerechtigkeit in der Bildung weiter verschärfen. Dabei kann das jetzt geforderte Lernen zuhause viel effektiver und sozial gerechter ausfallen, wenn Deutschlands Schüler mit geeigneten digitalen Tools unterrichtet werden. 

„Jetzt ist die Stunde, um die lange verschlafene Digitalisierung unserer Schulen anzugehen“, sagte Regina Pötke, Vorstand des Deutschen Schülerstipendiums und früher Lehrerin für Deutsch und Latein sowie Schulleiterin an einem bayerischen Gymnasium. „Der Corona- Ausnahmezustand bringt an den Tag, dass wir in diesem Bereich viel schlechter dastehen als beispielsweise Finnland oder Estland. Jeder Schüler und jede Schülerin braucht zum Lernen ein mobiles Endgerät. Schulbücher von heute sind digital.“

Mit dem Deutschen Schülerstipendium werden aktuell rund 700 begabte Kinder und Jugendliche aus sozial benachteiligten Elternhäusern auf ihrem Weg zum Abitur unterstützt. Die Stipendiatinnen und Stipendiaten im Alter von 7 bis 19 Jahren erhalten ein individuelles Förderprogramm, bei dem digitale Kompetenz fester Bestandteil des Curriculums ist. Alle erhalten einen Laptop bzw. ein Tablet mit individuell angepassten Lerntools. Diese Besonderheit bewährt sich nicht nur in der Corona-Krise: Die Abiturnoten liegen regelmäßig über dem bundesweiten Notenschnitt, obwohl die Absolventen unter erschwerten sozialen Bedingungen lernten.

Regina Pötke weiter: „Es ist gut gemeint, wenn jetzt aus Steuermitteln ein Zuschuss von 150 Euro für den Kauf eines mobilen Endgeräts bereitgestellt wird. Aber das schafft die Probleme nicht aus der Welt. ‚Bring your own device‘ ist nicht die Lösung. Verschiedene Betriebssysteme und unterschiedliche Software werden dazu führen, dass neues Chaos entsteht. Jede Schule braucht eine ausreichende Ausstattung mit Laptops oder Tablets, die an die Schüler ausgeliehen werden, ähnlich wie Schulbücher. Schulbücher von heute sind digital.“

„Schulen brauchen außerdem einen zuverlässigen Service zur Wartung ihres Geräteparks“, unterstrich Pötke, „das darf nicht länger den Lehrern zugemutet werden. Die Geräte müssen verschlüsselt und mit der erforderlichen Software an die Schüler ausgegeben werden, die dann für sie verantwortlich sind. Die Lehrer müssen sich darauf verlassen können, dass Datensicherheit auf den benutzten Plattformen und bei der Software besteht. Es kann doch nicht sein, dass jetzt auf ‚kostenlose‘ Dienste und Plattformen zurückgegriffen wird, bei denen die Nutzer bekanntermaßen mit ihren Daten zahlen.“

„Machen wir uns klar: Die Endgeräte sind erst der Anfang. Es ist noch lange kein ‚digitales Lernen‘, wenn Hausaufgaben digital übermittelt und bearbeitet werden. Wir stehen am Anfang einer Entwicklung, deren Ziel individuelles Lernen mittels digitaler Tools sein muss. Der Anfang wäre immerhin gemacht, wenn endlich die technische Seite funktioniert“, so die Pädagogin abschließend.

Sie interessieren sich dafür, wie das Deutsche Schülerstipendium sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche beim Lernen zuhause unterstützt? Wir beantworten gerne weitere Fragen und vermitteln Ihnen Gesprächspartner aus der Praxis.

 

Pressekontakt:                
Roland Berger Stiftung                                         
Ellen Daniel
Pressesprecherin                                
Tel.      +49 89 954-4526-24
mobil  +49 171 869 8131   
ellen.daniel@rolandbergerstiftung.org                 

Die Roland Berger Stiftung ist eine rechtsfähige öffentliche Stiftung des bürgerlichen Rechts mit Sitz in München. Sie wurde von Prof. Dr. h.c. Roland Berger am 27. März 2008 gegründet. Die Roland Berger Stiftung ist mit einem Stiftungskapital von zunächst 50 Millionen Euro aus dem persönlichen Vermögen des Stifters dotiert und verfolgt zwei Zwecke. Beide dienen dem Ziel einer gerechteren Chancenverteilung: Mit dem regelmäßig verliehenen Roland Berger Preis für Menschenwürde ehrt die Stiftung Personen und Organisationen weltweit, die sich vorbildlich und erfolgreich für den Schutz der Menschenwürde einsetzen. Darüber hinaus fördert die Stiftung mit dem Deutschen Schülerstipendium begabte Kinder und Jugendliche mit schwierigen Startbedingungen auf ihrem Bildungsweg zum Abitur