Pressemitteilungen Menschenwürde

Roland Berger Stiftung verleiht Roland Berger Preis für Menschenwürde an den Verein ichbinhier e.V..

„Wir zeichnen mit ichbinhier e.V. ein hervorragendes Beispiel für praktisch gelebte Demokratie aus, das digitale Effizienz im Sinne der Menschenwürde nutzt. Wo Hass und Hetze den Diskurs dominieren, ist der Weg zur realen Ausübung von Gewalt nicht mehr weit.“ (Prof. Dr. h.c. Roland Berger)

„Widerspruch gegen hetzerische Inhalte in den sozialen Medien ist von immenser Bedeutung. Es muss allen klar sein, dass diese kein rechtsfreier Raum sind - und dass der Staat durchgreift, wo Recht verletzt wird.“ (Georg Eisenreich, Bayerischer Staatsminister der Justiz)

München, 28. Januar 2020: Zum achten Mal wurde am vergangenen Freitag der Roland Berger Preis für Menschenwürde verliehen. Der Preis ging an den Verein ichbinhier e.V., der sich gegen Hassrede und gezielte Falschinformation im Internet engagiert. Die Auszeichnung nahm der Hamburger Unternehmer und Gründer von ichbinhier e.V., Hannes Ley, entgegen. Mit ihm waren Mitstreiterinnen und Mitstreiter von ichbinhier e.V. ins Münchner Spatenhaus gekommen, wo die Feier stattfand. Der Bayerische Staatsminister der Justiz, Georg Eisenreich, würdigte in seiner Rede das Engagement von Menschen, die gegen die Verrohung der Sprache und des Umgangs insbesondere in den sozialen Medien einschreiten.

Preisträger Hannes Ley dankte im Namen aller Mitglieder des Vereins und im Namen von 45.000 Mitgliedern und 25 Moderatorinnen und Moderatoren der Facebook-Gruppe #ichbinhier, die täglich mit ihren Postings ein Zeichen gegen menschenverachtende Hetze im Netz setzen:

„Wir, die Zivilgesellschaft, müssen für die Grundsätze unserer Demokratie in die Bresche springen und sie verteidigen, wenn sie uns wirklich am Herzen liegt.“ (Hannes Ley, Preisträger)

In seiner Laudatio unterstrich der Stifter Prof. Roland Berger die zentrale Bedeutung einer an den Prinzipien der Menschenwürde ausgerichteten Debattenkultur für eine freiheitliche Gesellschaft: „Bildung und Aufklärung sind das A und O für einen funktionierenden Diskurs in einer menschenwürdigen Gesellschaft. (…) Gerade über die ‚sozialen‘ Medien verbreitet sich der Hass wie ein Lauffeuer. Die Kommentarspalten von Facebook werden immer wieder von Hass-Posts überzogen. Die meisten überlesen das kopfschüttelnd.“

Nicht so unsere Preisträgerorganisation ichbinhier e.V.! Die ehrenamtlichen Mitglieder der Facebook-Gruppe #ichbinhier begeben sich ins Auge des Shitstorms und bemühen sich mit faktenbasierter Gegenrede um Versachlichung.“

Der Verein ichbinhier e.V. arbeitet neben seinen Online-Aktivitäten auf Facebook auch im analogen Leben daran, den öffentlichen Diskurs mit Bildungs- und Aufklärungsangeboten zu versachlichen und mehr Sensibilität für verrohende und menschenverachtende Tendenzen in den sozialen Medien zu schaffen. 

In seiner Dankesrede hob Preisträger Hannes Ley hervor, dass sowohl die Roland Berger Stiftung als auch ichbinhier e.V. mit ihrem Engagement im Bildungsbereich nachhaltig agieren und Zeichen setzen:

„Die Roland Berger Stiftung und ichbinhier e.V. haben sich beide nicht nur vorgenommen, die Menschenwürde zu schützen, sondern auch Menschen dazu zu befähigen, selbstbewusste und kreative, empathische und selbstlose Akteure einer toleranten und freien Gesellschaft zu werden. Wir alle erinnern uns an wundervolle Menschen, die uns genau das vorgelebt haben. Unsere Eltern, ein besonderer Lehrer, Mentoren oder Freunde. (…) Wir werden sie nie vergessen.“

Staatsminister Georg Eisenreich unterstrich in seiner Rede die Bedeutung von Zivilcourage und der Bereitschaft zu handeln, wenn im Netz Grenzen überschritten und strafrechtlich relevante Inhalte verbreitet werden: „Die schrecklichen Ereignisse des Jahres 2019 wie der Mord an Regierungspräsident Walter Lübcke haben uns alle aufgerüttelt. Die Menschen müssen wissen, dass der Staat auch in den sozialen Medien durchgreift. Dass es keinen rechtsfreien Raum gibt und dass Facebook seine Regeln nicht über unsere Gesetze stellen kann. Die Bekämpfung von Hatespeech ist Extremismusbekämpfung.“

Eisenreich hatte Ende 2019 angekündigt, dass Bayern für eine Verschärfung des Strafrechts in Sachen Cybermobbing eintreten wird. Außerdem sollen bei allen 22 Staatsanwaltschaften des Landes Sonderdezernate gegen Hassrede im Netz eingerichtet werden.

Zu den anwesenden Gästen bei der Feier des achten Roland Berger Preises für Menschenwürde gehörten u.a. die Kuratoriumsmitglieder Georg von Werz und Staatssekretär a.D. Prof. Harald Braun.

 

Pressekontakt:                
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Ellen Daniel
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Die Roland Berger Stiftung ist eine rechtsfähige öffentliche Stiftung des bürgerlichen Rechts mit Sitz in München. Sie wurde von Prof. Dr. h.c. Roland Berger am 27. März 2008 gegründet. Die Roland Berger Stiftung ist mit einem Stiftungskapital von zunächst 50 Millionen Euro aus dem persönlichen Vermögen des Stifters dotiert und verfolgt zwei Zwecke. Beide dienen dem Ziel einer gerechteren Chancenverteilung: Mit dem regelmäßig verliehenen Roland Berger Preis für Menschenwürde ehrt die Stiftung Personen und Organisationen weltweit, die sich vorbildlich und erfolgreich für den Schutz der Menschenwürde einsetzen. Darüber hinaus fördert die Stiftung mit dem Deutschen Schülerstipendium begabte Kinder und Jugendliche mit schwierigen Startbedingungen auf ihrem Bildungsweg zum Abitur