Pressemitteilungen Schülerstipendium

Lehren aus der Corona-Krise

Vergesst uns nicht! – Schülerinnen und Schüler produzieren Corona-Musikvideo mit dem Titel KONTAKT

München, 6. August 2020 – Der durch Corona bedingte Unterrichtsausfall hat benachteiligte Schülerinnen und Schüler besonders hart getroffen und darf sich im Schuljahr 2020/21 nicht wiederholen. Dies machte Regina Pötke, Vorstand der Roland Berger Stiftung, angesichts neuer Zahlen des Münchner ifo-Instituts deutlich. „Nach der Sommerpause muss die Politik zeigen, dass sie die Schulen auf ihrer Prioritätenliste ganz weit oben stehen hat. Ein ‚Weiter so‘ wäre eine Katastrophe für die Bildung und die Bildungsgerechtigkeit in Deutschland.“

Nach einer repräsentativen Umfrage des ifo-Instituts unter 1100 Eltern hat sich die Zahl der Stunden, die während der Schulschließungen mit schulischen Aktivitäten verbracht wurden, halbiert. Vor allem leistungsschwächere Kinder und Jugendliche „ersetzten“ die Zeit für Unterricht und Hausaufgaben verstärkt mit passiven Tätigkeiten wie Handy, Computerspielen und Fernsehen. Besonders wenig individuellen Kontakt zu Schule und Lehrern hatten der Umfrage zufolge Nicht-Akademikerkinder und schwächere Schülerinnen und Schüler. 

Den Eltern sind die negativen Folgen des Unterrichtsausfalls sehr bewusst. Große Mehrheiten befürworten deshalb einen verpflichtenden Online-Unterricht bei Schulschließungen (79%), einen verpflichtenden täglichen Kontakt des Lehrpersonals mit Schülerinnen und Schülern (78%) und eine intensivere Betreuung von Kindern aus benachteiligten Familien (83%). 

„All das ist keine Überraschung und bewegt die Politik angesichts neu aufflammender Corona-Hotspots und eines ungewissen weiteren Verlaufs der Pandemie hoffentlich zum Handeln“, so Regina Pötke weiter. „Deutschlands Schulen brauchen endlich Rechtssicherheit bei den Tools und eine funktionierende Infrastruktur für verlässlichen Online-Unterricht. Dazu gehört, dass alle Schülerinnen und Schüler mit einem geeigneten Endgerät lernen können, unabhängig vom Geldbeutel und Engagement der Eltern.“

Die Roland Berger Stiftung fördert mit dem Deutschen Schülerstipendium begabte Kinder und Jugendliche mit schwierigen Startbedingungen auf dem Weg zum Abitur. Derzeit werden rund 700 Stipendiatinnen und Stipendiaten im Alter von 7 bis 19 Jahren unterstützt. Für alle gilt -nicht erst seit Corona- das Ziel „digitale Souveränität“: Sie erhalten Tablet-Computer oder Laptops und lernen programmieren und codieren. 

TANZVIDEO „KONTAKT“ hier

Auch während des strengen Lockdowns wurden die Kinder und Jugendlichen von der Roland Berger Stiftung zuhause begleitet. So entstand bei einem digitalen Tanzprojekt unter der Leitung des Choreographen Alan Brooks ein Video, für das sie sich zuhause mit dem Handy filmen ließen. Die Aufgabe lautete: Zeigt durch Tanz und Bewegung, was Euch in dieser Zeit Kontakt zu anderen Menschen bedeutet.  

„Dieser berührende Film könnte auch den Titel ‚Vergesst uns nicht!‘ tragen“, so Regina Pötke. „Man merkt den Tänzerinnen und Tänzern an, wie sehr sie ihre Freunde und Außenkontakte vermissen, aber auch die Schule, ihre Lehrerinnen und Lehrer. Wir dürfen ihnen kein weiteres Schuljahr zumuten, in dem sie so dem Zufall überlassen werden, wie es in den vergangenen Monaten der Fall war.“

Sie interessieren sich dafür, wie das Deutsche Schülerstipendium sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche während der Corona-Krise unterstützt? Gerne beantworten wir Fragen und vermitteln Ihnen für Ihre Berichterstattung Gesprächspartner aus der Praxis. 

Weitere Informationen zum Tanzprojekt KONTAKT finden Sie auf unserer Website: https://www.rolandbergerstiftung.org/stiftung/kontakt/

 

Pressekontakt:                
Roland Berger Stiftung                                         
Ellen Daniel
Pressesprecherin                                
Tel.      +49 89 954-4526-24
mobil  +49 171 869 8131   
ellen.daniel@rolandbergerstiftung.org                 

Die Roland Berger Stiftung ist eine rechtsfähige öffentliche Stiftung des bürgerlichen Rechts mit Sitz in München. Sie wurde von Prof. Dr. h.c. Roland Berger am 27. März 2008 gegründet. Die Roland Berger Stiftung ist mit einem Stiftungskapital von zunächst 50 Millionen Euro aus dem persönlichen Vermögen des Stifters dotiert und verfolgt zwei Zwecke. Beide dienen dem Ziel einer gerechteren Chancenverteilung: Mit dem regelmäßig verliehenen Roland Berger Preis für Menschenwürde ehrt die Stiftung Personen und Organisationen weltweit, die sich vorbildlich und erfolgreich für den Schutz der Menschenwürde einsetzen. Darüber hinaus fördert die Stiftung mit dem Deutschen Schülerstipendium begabte Kinder und Jugendliche mit schwierigen Startbedingungen auf ihrem Bildungsweg zum Abitur