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Digitaler Fernunterricht JETZT

Schüler aus sozial benachteiligten Familien leiden am meisten unter andauerndem Unterrichtsausfall– Jetzt ist ein virtueller Schultag gefordert, der den Namen verdient

München, 8. Mai 2020 – Auch nach den Lockerungen der Maßnahmen gegen Covid-19 hat ein Großteil der Kinder und Jugendlichen in Deutschland keinen regulären Schulunterricht. Völlig ungewiss ist, wie sich der Schulalltag in den nächsten Monaten unter dem Diktat der Pandemie entwickelt. Unter dieser Situation leiden Schüler, Lehrer und Eltern, am meisten aber die Schüler aus sozial benachteiligten Familien. Damit 2020 nicht zu einem katastrophalen Jahr für die Bildungsgerechtigkeit in Deutschland wird, muss jetzt schnell, unbürokratisch und dezentral ein virtueller Schultag organisiert werden. 

Schluss mit Durchwursteln und Heimunterricht am Küchentisch. Deutschlands Eltern müssen dringend entlastet werden, sie können die Lehrer nicht ersetzen. Schüler brauchen ihre Lehrer. Wenn der physische Kontakt nicht möglich ist, müssen Lehrer und Schüler sich im virtuellen Raum treffen, sich endlich wiedersehen können. Deshalb muss ein virtueller Schultag her, der seinen Namen verdient. Er muss strukturiert sein und braucht inhaltliche und zeitliche Fixpunkte, die für alle Beteiligten gelten.

Es darf nicht vom Elternhaus abhängen, ob und über welches mobile Endgerät ein Schüler verfügt. Jede Schule braucht genügend Laptops oder Tabletsdie an die Schüler ausgeliehen werden. Ideal sind Racks mit den gleichen Modellen, sodass jeder Schüler das gleiche Gerät hat. Jeder Lehrer erhält ebenfalls ein solches Gerät und muss sich, wie Millionen andere Arbeitnehmer auch, jetzt umgehend das Wissen aneignen, das für Videokonferenzen und gemeinsames Arbeiten am Bildschirm erforderlich ist. Jede Schule wird von einem professionellen IT-Service unterstützt. Der richtet die Geräte ein und wartet sie.

Das Beschaffen und Aufspielen der Programme ist Schulsache, nicht Aufgabe der einzelnen Lehrkräfte, Eltern oder Schüler. Jede Schule braucht die erforderliche Software für den virtuellen Unterricht. Dazu gehören mindestens ein E-Mail-Postfach für den Unterricht sowie ein leistungsfähiges Tool für Videokonferenzen. Jeder Lehrer muss Gewissheit haben, dass die aufgespielten Tools datentechnisch rechtssicher sind. 

Die Teilnahme am Videounterricht ist verpflichtend. Lehrer und Schüler treffen sich zu festgelegten Zeiten in Videokonferenzen. Bearbeitete Aufgaben werden vom Lehrer korrigiert und online zurückgeschickt. Für seine Klasse stellt jeder Lehrer einmal pro Woche eine virtuelle Sprechstunde zur Verfügung, zu der die Schüler per Videotool eingeladen werden und sich einzeln anmelden können. In dieser Sprechstunde werden individuelle Probleme und Anliegen bearbeitet. 

Lehrer müssen das Rad trotzdem nicht neu erfinden. Vertraute Regeln und Abläufe vermitteln jetzt in der Krise Sicherheit. Jeder Schüler ist wie im regulären Schulunterricht verpflichtet, Aufgaben nach Eingang zu bearbeiten und zur Korrektur zurück zu schicken. Zum Lernen nutzen die Schüler auch weiter ihre Lehrbücher. Zusätzlich stehen ihnen Apps zur Verfügung, die erklären und üben helfen. Jeder Lehrer korrigiert und bewertet die Aufgaben, nicht täglich für alle Schüler, sondern stichprobenartig wie im „klassischen“ Schulunterricht. Der Fernunterricht besteht genauso wie der Präsenzunterricht aus Phasen von Kennenlernen neuen Stoffs, Einüben und Wiederholen. 

Alle Schüler müssen zuhause einen Internetzugang haben.

Die finanziellen Mittel sind dem mit 5 Milliarden Euro ausgestatteten Digitalpakt Schule zu entnehmen, von dem bislang nur ein Bruchteil abgerufen wurde.

Hintergrund: Die Roland Berger Stiftung fördert mit dem Deutschen Schülerstipendium derzeit rund 700 begabte und leistungswillige Kinder und Jugendliche aus sozial benachteiligten Elternhäusern auf ihrem Weg zum Abitur. Die Stipendiatinnen und Stipendiaten erhalten ein individuelles Förderprogramm, bei dem digitale Kompetenz bzw. digitale Souveränität fester Bestandteil ist. 

Alle Geförderten erhalten einen Laptop bzw. ein Tablet mit individuell angepassten Lerntools. Diese Besonderheit bewährt sich in der Corona-Krise. Die Stiftungsmitarbeiter und die ehrenamtlichen Mentoren sind mit den Stipendiatinnen und Stipendiaten permanent im Online-Kontakt, versorgen sie mit Lernprogrammen und mit Anleitungen für eine sinnvolle und gesunde Freizeitgestaltung. 

 

Pressekontakt:                
Roland Berger Stiftung                                         
Ellen Daniel
Pressesprecherin                                
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ellen.daniel@rolandbergerstiftung.org                 

Die Roland Berger Stiftung ist eine rechtsfähige öffentliche Stiftung des bürgerlichen Rechts mit Sitz in München. Sie wurde von Prof. Dr. h.c. Roland Berger am 27. März 2008 gegründet. Die Roland Berger Stiftung ist mit einem Stiftungskapital von zunächst 50 Millionen Euro aus dem persönlichen Vermögen des Stifters dotiert und verfolgt zwei Zwecke. Beide dienen dem Ziel einer gerechteren Chancenverteilung: Mit dem regelmäßig verliehenen Roland Berger Preis für Menschenwürde ehrt die Stiftung Personen und Organisationen weltweit, die sich vorbildlich und erfolgreich für den Schutz der Menschenwürde einsetzen. Darüber hinaus fördert die Stiftung mit dem Deutschen Schülerstipendium begabte Kinder und Jugendliche mit schwierigen Startbedingungen auf ihrem Bildungsweg zum Abitur