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10 Jahre Roland Berger Stiftung: Jubiläumsfeier im Prinzregententheater

Die Roland Berger Stiftung ist zehn Jahre alt. Anlässlich des Jubiläums lud die Stiftung zu einer Feier in das Prinzregententheater in München und blickte mit rund 1000 Gästen auf zehn Jahre erfolgreicher Stiftungsarbeit zurück: Seit 2008 wurden 17 internationale Organisationen und Persönlichkeiten mit dem Roland Berger Preis für Menschenwürde ausgezeichnet. 700 begabte und leistungswillige Kinder und Jugendliche mit schwierigen Startbedingungen werden im „Deutschen Schülerstipendium“ individuell gefördert. Rund 300 Stipendiaten haben mit einer Durchschnittsnote von 1,9 bereits das Abitur bestanden und studieren. Höhepunkt der Jubiläumsveranstaltung war die Aufführung des Tanzstückes „Interconnected“, das rund 100 Stipendiaten der Stiftung aus ganz Bayern unter Anleitung des renommierten Choreographen Alan Brooks eigens für diesen Anlass kreiert haben. 

München, 7. April 2018: Seit ihrer Gründung im März 2008 setzt sich die Roland Berger Stiftung für mehr Bildungsgerechtigkeit in Deutschland ein und engagiert sich auf internationaler Ebene für den Schutz der Menschenrechte. In den ersten zehn Jahren ihres Bestehens hat die Stiftung das Deutsche Schülerstipendium als dasbundesweite Modell zur Förderung von begabten Kindern und Jugendlichen mit schwierigen Startbedingungen etabliert. Mit dem Roland Berger Preis für Menschenwürde setzt die Stiftung weltweit ein Zeichen für die Menschenrechte und unterstützt gerade weniger bekannte Menschenrechtsaktivisten bei ihrer Arbeit in den oft krisengeschüttelten Heimatländern.  Die Jubiläumsfeier am heutigen Abend führte die rund 1000 geladenen Gäste – darunter zahlreiche hochkarätige Vertreter aus Wirtschaft, Politik, Bildung, Kunst, Kultur und Gesellschaft – durch zehn Jahre Stiftungsgeschichte. 

„Mit der Gründung der Stiftung wollte ich der Gesellschaft, die mir so vieles ermöglicht hat, etwas zurückgeben“, sagte Stifter Prof. Dr. h.c. Roland Berger über seine Motivation zur Stiftungsgründung. „Jeder von uns steht in der Verantwortung, einen Beitrag für das Gemeinwohl unseres Landes zu leisten und das als erfolgreicher Unternehmer umso mehr.“ In den Fokus der Stiftungsarbeit habe er aus sehr persönlichen Gründen das Thema Menschenwürde gestellt. „Ich gehöre einer Generation an, die noch den Zweiten Weltkrieg erlebt hat und die schmerzlich erfahren musste, was es für Einzelne und für ein ganzes Land bedeutet, wenn die Würde des Menschen nichts mehr wert ist und mit Füßen getreten wird. Es stand für mich daher außer Frage, einen Preis ins Leben zu rufen, der den mutigen und selbstlosen Einsatz für Menschenrechte würdigt.“ Dass es für ihn selbstverständlich war, die Förderung von Bildung zum zentralen Thema seiner Stiftung in Deutschland zu machen, erklärt Roland Berger wie folgt: „Für den gesellschaftlichen Frieden in einem Land ist es von zentraler Bedeutung, dass jedem Menschen ein selbstbestimmtes Leben in Würde ermöglicht wird. Die Grundlage dafür ist Bildung – ein Menschenrecht, das jedem Menschen ermöglicht, aus seinen Fähigkeiten und seiner Persönlichkeit alles zu machen, was in ihm steckt.“

Im Vorfeld der Festveranstaltung betonte der bayerische Kultusminister Bernd Sibler: „Unsere Zukunft sind unsere jungen Menschen. Wir wollen sie mit ihren individuellen Talenten bestmöglich fördern und ausbilden, ganz unabhängig von ihren jeweiligen Startbedingungen. Dieses Anliegen verbindet uns mit der Roland Berger Stiftung. Die Stiftung engagiert sich seit zehn Jahren erfolgreich für junge Menschen und fördert begabte und leistungswillige Schülerinnen und Schüler. Dabei setzt sie nicht nur auf eine reine Wissensvermittlung, sondern begleitet und unterstützt unsere Kinder und Jugendlichen auch bei der Persönlichkeitsentwicklung und Werteorientierung. Das ist für mich Bildung in einem umfassenden Sinn, für die Freistaat und Stiftung gemeinsam eintreten. Für das großartige Engagement zum Wohl unserer jungen Menschen danke ich der Roland Berger Stiftung herzlich und wünsche ihr für die Zukunft weiterhin alles Gute und viel Erfolg!“

Das Deutsche Schülerstipendium

2008 ging das Deutsche Schülerstipendium mit 160 Stipendiaten aus vier Bundesländern an den Start. Heute werden bundesweit 700 Kinder und Jugendliche gefördert, 300 wurden bereits erfolgreich zum Abitur begleitet. Sieben Alleinstellungsmerkmale zeichnen das Programm aus:

  1. Frühe Förderung bereits ab der Grundschule:Kein anderes Stipendienprogramm fördert bundesweit Kinder im Grundschulalter und unterstützt sie bis zum Abitur.
  2. Individuelle Förderung für jeden einzelnen Stipendiaten: Jeder Stipendiat erhält einen passgenauen Förderplan, der auf zehn Lernbereichen (wie beispielsweise Persönlichkeitsentwicklung und Werteorientierung oder Sprachkompetenz im Deutschen) und sieben methodischen Formaten (z. B. Workshops, Ferienakademien, Einzelcoachings) basiert und ihn gezielt nach seinen Begabungen und Bedürfnissen unterstützt.
  3. Jeder Stipendiat wird fit für die digitale Welt gemachtund lernt Programmieren und Codieren.
  4. Die Stipendiaten werden von ehrenamtlichen Mentorenbegleitet. Derzeit sind rund 300 Mentoren aktiv.
  5. Im Mittelpunkt steht die 360-Grad-Förderung jedes einzelnen Stipendiaten, basierend auf den Begriffen „Wissen-Werte-Persönlichkeit“.
  6. Die Stiftung kooperiert eng mit allen Landesregierungen, den Schulbehörden und öffentlichen Schulen.
  7. Das Förderprogramm wurde durch das Bayerische Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB) sowie von der Freien Universität Berlin evaluiert.Zudem wird das Programmmit einem stiftungseigenen Diagnosesystem bewertetund auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse regelmäßig weiterentwickelt.

Mit der Aufführung des Tanzprojektes „Interconnected“ im Rahmen der Jubiläumsfeier wurde ein Markenzeichen des Deutschen Schülerstipendiums in den Mittelpunkt gestellt: die künstlerischen Jahresprojekte. „Die Stipendiaten entdecken bisher unbekannte eigene Stärken, lernen an sich selbst zu glauben, über sich hinaus zu wachsen, diszipliniert und verlässlich in einem großen Team zu arbeiten. Darüber hinaus finden sie Zugang zu Kunst und Musik durch eigene Aktivität“, erklärte Stifter Prof. Dr. h.c. Roland Berger. 

Der Roland Berger Preis für Menschenwürde

17 internationale Organisationen und Persönlichkeiten aus allen Teilen der Welt zeichnete die Stiftung bisher mit dem Roland Berger Preis für Menschenwürde aus: Bisherige Preisträger waren Somaly Mam aus Kambodscha, die Friedensnobelpreisträgerin Dr. Shirin Ebadi aus dem Iran, die internationale Organisation „Reporter ohne Grenzen“, Bundeskanzler a.D. Dr. Helmut Kohl, die tunesische Rechtsanwältin Radhia Nasraoui, das in Kairo ansässige Eid, der syrische Journalist Mazen Darwish, die indische Nichtregierungsorganisation „Jagori“, die pakistanische Anwältin Dr. Asma Jahangir, das „Afghan Women‘s Network“, die maltesische Anwältin Dr. Katrine Camilleri, die eritreisch-italienische Ärztin Dr. Alganesc Fessaha, die kongolesische Schulorganisation „Petite Flamme“, die Frauenrechtlerin Ann-Marie Caulker aus Sierra-Leone, die tansanische Bildungsorganisation „Talent Search Empowerment“ sowie der deutsch-irakische Verein „WADI e.V.“. 

Bei der Auswahl der Preisträger arbeitet die Stiftung eng mit demAuswärtigen Amt zusammen. Das Preisvergabekomitee, dem neben dem Vorsitzenden Prof. Dr. h.c. Roland Berger The Honourable Louise Arbour (UN-Sonderbeauftragte für internationale Migration), Dr. Shirin Ebadi (iranische Friedensnobelpreisträgerin), Dr. h.c. Joschka Fischer (ehem. Bundesaußenminister), Dr. Maria Furtwängler-Burda (Schauspielerin und Ärztin), Prof. Dr. Romano Prodi (ehem. Präsident der Europäischen Kommission) sowie Prof. Dr. Muhammad Yunus (Nobelpreisträger) angehören, entscheidet über die Auswahl der Preisträger. Hochrangige Politiker wie etwa der ehemalige Bundesaußenminister und jetzige Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, die früheren Bundespräsidenten Horst Köhler und Christian Wulff sowie Spitzenpolitiker wie der ehemalige Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert, der ehemalige polnische Außenminister Wladyslaw Bartoszewski († 2015) sowie Malu Dreyer, Präsidentin des Bundesrats und Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, überreichten die Auszeichnungen. 2013 hielt der ehemalige deutsche Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble eine Laudatio auf das Jüdische Museum, das zugleich Veranstaltungsort der Zeremonie sowie einer der Preisträger war.

5,3 Millionen Euro an Preisgeldern wurden bisher an die Preisträger ausgeschüttet, aber:„Beim Roland Berger Preis für Menschenwürde geht es um mehr als um finanzielle Zuwendung“, sagt Stifter Roland Berger. „Die Roland Berger Stiftung begleitet die Preisträger in enger Zusammenarbeit bei der Umsetzung ihre Projekte vor Ort und steht ihnen langfristig beratend zur Seite.“

Pressebilder von der 10-Jahres-Feier der Roland Berger Stiftung finden Sie im Nachgang der Veranstaltung auf www.rolandbergerstiftung.org/presse/

Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an: 
Roland Berger Stiftung

Barbara Kachelmann

Mobil: 0151/18045065

Mail: barbara.kachelmann(at)rolandbergerstiftung.org​​​​​​​

Die Roland Berger Stiftung ist eine rechtsfähige öffentliche Stiftung des bürgerlichen Rechts mit Sitz in München. Sie wurde von Prof. Dr. h.c. Roland Berger am 27. März 2008 gegründet. Die Roland Berger Stiftung ist mit einem Stiftungskapital von zunächst 50 Millionen Euro aus dem persönlichen Vermögen des Stifters dotiert und verfolgt zwei Zwecke. Beide dienen dem Ziel einer gerechteren Chancenverteilung: Mit dem regelmäßig verliehenen Roland Berger Preis für Menschenwürde ehrt die Stiftung Personen und Organisationen weltweit, die sich vorbildlich und erfolgreich für den Schutz der Menschenwürde einsetzen. Darüber hinaus fördert die Stiftung mit dem Deutschen Schülerstipendium begabte Kinder und Jugendliche mit schwierigen Startbedingungen auf ihrem Bildungsweg zum Abitur. Seit 2015 engagiert sich die Roland Berger Stiftung zusätzlich für jugendliche Flüchtlinge: Auf Grundlage des Deutschen Schülerstipendiums erarbeitet die Stiftung Bildungsprogramme für junge Flüchtlinge und betreut sie als freier Träger der Jugendhilfe.