Im Zeichen der Menschenwürde

Tagtäglich werden die Menschenrechte in vielen Teilen der Welt missachtet und mit Füßen getreten. Mit dem Roland Berger Preis für Menschenwürde würdigt die Roland Berger Stiftung weltweit Menschen und Organisationen, die sich konsequent dem Kampf gegen jede Form der Menschenrechtsverletzung verschrieben haben. In ihrem unermüdlichen Einsatz für den Schutz der Menschenwürde und den toleranten, friedvollen Umgang miteinander lassen sie sich durch Unverständnis, Rückschläge und manchmal sogar lebensgefährliche Bedrohungen nicht von ihrem Weg abbringen. Der Roland Berger Preis für Menschenwürde unterstützt sie dabei, ihr Anliegen durchzusetzen.

2019 möchten wir mit dem Preis Akteure in Europa auszeichnen. Anlass ist unsere Sorge um die Stabilität unserer europäischen Demokratien im Kontext einer sich gravierend verändernden Weltordnung. Wir beobachten beunruhigt, wie in vielen europäischen Ländern der Rechtspopulismus erstarkt; wie in einigen Ländern die Versuche zunehmen, die Pressefreiheit einzuschränken; wie Hasskommentare sowie Fake News den sozialen Zusammenhalt gefährden. Wir glauben jedoch an die Kraft der Bildung. An das Engagement von Jugendlichen. Wir sehen, dass sich zahlreiche Menschen für den Erhalt eines weltoffenen, demokratischen, ja, menschenwürdigen Europas einsetzen. Dieses Engagement möchten wir sichtbar machen, indem wir herausragende Beispiele transeuropäischen Engagements mit dem Roland Berger Preis für Menschenwürde auszeichnen.

Empfehlen Sie uns Kandidaten für den Roland Berger Preis für Menschenwürde 2019

News

Die Roland Berger Stiftung steht in engem Kontakt zu ihren bisherigen Preisträgern und berichtet regelmäßig über deren aktuellen Projekte. Hier können Sie sich über die Menschenrechtsarbeit unserer Preisträger informieren und alle News rund um den Roland Berger Preis für Menschenwürde nachlesen.

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Menschenwürdepreis Stiftung

Wir trauern um unsere Preisträgerin des Jahres 2013 Dr. Asma Jahangir


Die pakistanische Menschenrechtsanwältin Dr. Asma Jahangir, Preisträgerin des Roland Berger Preises für Menschenwürde 2013, galt als eine der bedeutendsten Stimmen für die Rechte der Frauen in einer islamischen Gesellschaft. Als Vertreterin von bekannten Regimekritikern, Mitbegründerin der pakistanischen Menschenrechtskommission und international renommierte Verfechterin von Frauenrechten hat Dr. Jahangir maßgeblich dazu beigetragen, die Situation für Frauen in Pakistan und über die Grenzen hinaus zu verbessern.

Am 11. Februar 2018 ist Asma Jahangir in Lahore im Alter von 66 Jahren an den Folgen eines Herzinfarktes gestorben.

Ein Leben im Zeichen der Menschenrechte

 

Asma Jahangir wurde 1952 in eine politisch aktive Familie geboren: Ihr Vater Malik Jilani war Politiker und Gegner der Militärdiktatur. Er verbrachte Jahre im Gefängnis und unter Hausarrest. Diese Erfahrung führte dazu, dass Asma Jahangir bereits in jungen Jahren beschloss, sich für die Unterdrückten einzusetzen: für Frauen, Kinder und religiöse Minderheiten. Seit ihrem 18. Lebensjahr kämpfte sie für eine weltliche Zivilgesellschaft und insbesondere für die Rechte der Frauen in Pakistan. Nach ihrem Studium der Rechtswissenschaften gründete sie im Jahr 1980 zusammen mit ihrer Schwester Hina Jilani die erste Anwaltskanzlei in Pakistan, die von Frauen geführt wurde. Die „AGHS Legal Aid Cell“ war die erste kostenlose rechtliche Anlaufstelle, die auch einen Zufluchtsort für Frauen betreibt. Als Anwältin verteidigte Asma Jahangir Angehörige von religiösen Minderheiten, die wegen Blasphemie angeklagt wurden. Im Laufe der Jahre vertrat sie zudem Opfer von Vergewaltigung, Missbrauch in der Ehe und Zwangsarbeit. Ihre Erfolge vor Gericht führten dazu, dass immer mehr Frauen auf ihre Rechte bestanden und sich die Stellung der Frau in Pakistan veränderte.

1980 gründete Dr. Asma Jahangir gemeinsam mit anderen Menschenrechtsaktivisten das „Women’s Action Forum“ (WAF) und im Jahr 1986 die „Human Rights Commission of Pakistan“ (HRCP), deren Vorsitz sie 2005 übernahm. In den vergangenen 20 Jahren bekleidete Asma Jahangir internationale Positionen wie die des „UN Special Rapporteur on Extrajudicial, Arbitrary and Summary Executions“ und „UN Special Rapporteur on Freedom of Religion or Belief“. 2006 setzte sie sich bei der Regierung für den „Protection of Women Act“ ein, 2010 wurde sie zur Präsidentin der „Supreme Court Bar Association“ gewählt.

Im Laufe ihres Lebens wurde Asma Jahangir für ihr mutiges Engagement mehrfach bedroht und zahlreiche Male inhaftiert. Sie ließ sich durch diese Anfeindungen aber zu keinem Zeitpunkt einschüchtern.

Für ihren couragierten und erfolgreichen Kampf gegen die Unterdrückung von Frauen, Kindern und Opfern des religiösen Extremismus wurde Dr. Asma Jahangir mit einer Vielzahl von internationalen Preisen und Auszeichnungen gewürdigt. Es war uns eine große Ehre, diese beeindruckende Frau im Jahr 2013 in Berlin mit dem Roland Berger Preis für Menschenwürde auszeichnen zu dürfen. Das Preisgeld nutzte sie u.a, um ein Radioprogramm aufzubauen, das Frauen in abgelegenen Teilen Pakistans über Frauenrechte aufklären und Hilfe leisten soll. 

Die Roland Berger Stiftung und ihr Stifter trauern um ihre Preisträgerin, deren Ableben eine tiefe Lücke in der internationalen Menschenrechtsbewegung hinterlässt.


Mitschnitt von der Preisverleihung 2013

Mit einer Rede zum Thema Menschenwürde und Menschenrechte eröffnete Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert am 16. April 2013 die fünfte Verleihung des Roland Berger Preises für Menschenwürde, die erstmals im Jüdischen Museum Berlin stattfand. Neben Dr. Asma Jahangir, der indischen NGO Jagori und dem Afghan Women's Network wurde das Jüdische Museum Berlin mit einem Ehrenpreis ausgezeichnet.

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Dokumentation über die Preisträger 2012/13

2013 standen die Frauenrechte im Mittelpunkt der Verleihung des Roland Berger Preises für Menschenwürde. Ausgezeichnet wurden neben Dr. Asma Jahangir die indische Nichtregierungsorganisation Jagori sowie das Afghan Women's Network. Die Roland Berger Stiftung besuchte die Preisträger in ihren Heimatländern.

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Bilder von der Preisverleihung 2013

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