Was bisher mit dem Preisgeld erreicht wurde


Ann-Marie Caulker (2017)

Die Frauenrechtlerin Ann-Marie Caulker aus Sierra Leone nutzt das Preisgeld, um ihren Kampf gegen die frauenverachtenden Traditionen in ihrem Land fortzusetzen und eine nationale Strategie gegen die Genitalverstümmelung zu entwickeln. Darüber hinaus investiert sie das Geld in den Bau einer Grundschule im Slum Pentagon in der Hauptstadt Freetown. Die Schule soll sechs Klassen umfassen und u.a. auch eine Bäckerei und ein Trainingscenter beinhalten. In den vergangenen Monaten hat sich Ann-Marie Caulker unermüdlich um die Opfer der verheerenden Flutkatastrophe am 14. August 2017 gekümmert: 1000 Menschen kamen bei dem Erdrutsch ums Leben, darunter auch 50 Schulkinder. Durch die Mittel einer kurzfristig angesetzten Spendenaktion der Roland Berger Stiftung, bei der 40.750 Euro an Spendengeldern gesammelt wurden, konnte Ann-Marie Caulker die Opfer mit Essen, Trinkwasser und Kleidung unterstützen und finanzielle Hilfe leisten.


Talent Search and Empowerment (2017)

Die tansanische NGO Talent Search and Empowerment hat mithilfe des Preisgeldes ein neues Grundstück im Slum Ubungo in der Hauptstadt Daressalam erworben, auf dem eine neue Einrichtung mit Übernachtungsmöglichkeiten und Bildungsangeboten für Jugendliche entstehen soll. Auch ein Kiosk zum Verkauf der selbst hergestellten Produkte ist geplant.
 


WADI e.V. (2017)

Der deutsch-irakische Verein WADI investiert das Preisgeld in die Fortführung seiner Arbeit für traumatisierte Folteropfer des IS im Jinda-Center im nordirakischen Dohuk. Hier erhalten jesidische Frauen medizinische und psychologische Erstversorgung und haben die Möglichkeit, an Computer-, Handarbeits- und Friseurkursen teilzunehmen sowie in einem Gewächshaus landwirtschaftliche Arbeit zu erlernen. Darüber hinaus hat der Verein im Mai 2017 eine neue Kampagne ins Leben gerufen - die „Non-Violence Campaign“ gegen Gewalt an Kindern. Angeboten werden Seminare für Eltern, Lehrer und Schulen über gewaltfreie Konfliktlösung. Fünf Schulen im Nordirak wurden bereits als „Non-Violent Schools“ ausgezeichnet. 


Dr. Katrine Camilleri (2014/15)

Die maltesische Anwältin und Direktorin des Jesuiten-Flüchtlingsdienstes in Malta, Dr. Katrine Camilleri, leistet Flüchtlingen Rechtsbeistand und psychosoziale Hilfe. Sie nutzte das Preisgeld, um ein neues Integrationsprojekt für nachgereiste Familienangehörige von anerkannten Flüchtlingen in Malta zu starten. Außerdem konnte sie dank des Preisgeldes das Fundraising für ihre Hilfsorganisation professionalisieren.


Dr. Alganesc Fessaha (2014/15)

Die eritreisch-italienische Menschenrechtlerin Dr. Alganesc Fessaha kämpft gegen Menschen- und Organhandel bei Flüchtlingen. Mit dem Preisgeld ließ sie ein neues Mensagebäude im Flüchtlingscamp Mai Ayni in Nordäthiopien errichten, wo ihre NGO „Gandhi“ eritreische Flüchtlinge betreut und Flüchtlingskindern im Alter von drei bis acht Jahren täglich eine warme Mahlzeit zubereitet.


Petite Flamme (2014/15)

Mit dem Preisgeld startete das kongolesische Schulprojekt „Petite Flamme“ ein eigenes „Roland Berger Stipendium“ im Kongo, das Schülern, die eine Petite Flamme-Schule durchlaufen haben, ein anschließendes Studium finanziert: Den besten Absolventen der Petite-Flamme-Schulen wird damit ein Studium ermöglicht. Sechs Jugendliche werden inzwischen mit dem Stipendium unterstützt. Die bisherigen Stipendiaten studieren u.a. Medizin, Polytechnik, Informatik und Elektrotechnik.


Dr. Asma Jahangir (2012/13, † 2018)

Die pakistanische Anwältin und Menschenrechtlerin Dr. Asma Jahangir († 2018) kämpfte weltweit für die Rechte der Frauen. Sie konnte den Straftatbestand für die in Pakistan weit verbreitete Praxis des Ehrenmordes erwirken. Das Preisgeld nutzte sie u.a, um ein Radioprogramm aufzubauen, das Frauen in abgelegenen Teilen Pakistans über Frauenrechte aufklären und Hilfe leisten soll. 


Jagori (2012/13)

Die NGO Jagori setzt sich seit mehr als 30 Jahren für die Rechte der Frauen in Indien ein. Mit dem Preisgeld hat die Organisation u.a. eine psychologische Anlaufstelle für Opfer sexueller Gewalt geschaffen und eine App entwickelt, mit der Frauen die Sicherheitslage in den Straßen von Delhi bewerten und im Notfall Hilfe holen können.


Afghan Women's Network (2012/13)

Die Bedrohung durch die Taliban und die vorherrschende Gewalt machen die Arbeit des Afghan Women’s Network und dessen Einsatz für die Frauenrechte in Afghanistan derzeit nahezu unmöglich. 59% der geschlossenen Ehen sind Zwangsehen, 57% der Frauen bei der Hochzeit jünger als 16 Jahre. Mit dem Preisgeld hat das Afghan Women’s Network in der Vergangenheit Trainings für Frauen ermöglicht und Kampagnen für eine stärkere Teilhabe von Frauen am öffentlichen Leben finanziert.


Jüdisches Museum Berlin (2012/13)

2012/13 wurde das Jüdische Museum Berlin mit dem Roland Berger Ehrenpreis für Menschenwürde ausgezeichnet. Damit würdigte die Roland Berger Stiftung dessen vorbildliches Engagement für die Erinnerung an den Holocaust und die Erforschung eines der größten Verbrechen gegen die Menschenwürde. Das Preisgeld floss in den Aufbau der Akademie des Jüdischen Museums Berlin und unterstützt Forschungsprojekte zu den Themen Migration, Minderheiten und interreligiöser Dialog.


Radhia Nasraoui (2011)

Die tunesische Rechtsanwältin Radhia Nasraoui setzt sich seit mehr als 30 Jahren unermüdlich für die Menschenrechte in ihrem Land ein und vertritt Opfer von Folter und staatlicher Gewalt. Mit dem Preisgeld konnte die Menschenrechtlerin die Kommunikationsstruktur ihres Büros erweitern und weitere Anwälte einstellen, wodurch noch mehr Folteropfer vor Gericht verteidigt werden können. Aufgrund ihres unermüdlichen Kampfes für die Menschenrechte in Tunesien sieht sich Radhia Nasraoui zusammen mit ihrer Familie seit Jahrzehnten staatlichen Repressalien und Übergriffen ausgesetzt. Zuletzt begabt sie sich für 39 Tage in Hungerstreik und erwirkte damit, dass der Personenschutz für ihren Mann wieder in Kraft gesetzt wurde.


ANHRI (2011)

Das Arabic Network for Human Rights Information (ANHRI) mit seinem Gründer und Direktor Gamal Eid wurde für seinen langjährigen Einsatz für die Meinungs- und Pressefreiheit in Ägypten ausgezeichnet. Mit dem Preisgeld hat ANHRI in den vergangenen Jahren neben weiteren Büros in Marokko, Jemen und in Tunesien fünf „Dignity Libraries“ – kostenlose Büchereien – für die Bewohner der Slum-Stadtteile von Kairo aufgebaut. Eine sechste Bücherei stand kurz vor der Eröffnung, doch soweit kam es nicht: Unter der autoritären Herrschaft Abd al-Fattah Said Husain Chalil as-Sisi wurden alle fünf bereits existierenden „Dignity Libraries“ geschlossen. Die Website von ANHRI wurde in Ägypten blockiert, Mitarbeiter des Netzwerkes werden regelmäßig von den Behörden vorgeladen und eingeschüchtert. Einige von ihnen haben die Organisation aus Angst längst verlassen. Trotz des enormen Widerstandes setzt Gamal Eid seinen Kampf für die Meinungs- und Pressefreiheit in Ägypten weiter fort.


Mazen Darwish (2011)

Der syrische Journalist und Menschenrechtsaktivist Mazen Darwish, Gründer des Syrian Center for Media and Freedom of Speech (SCM), wurde für seinen langjährigen Einsatz für die Menschenrechte, insbesondere für die Meinungs- und Pressefreiheit, in Syrien ausgezeichnet. Bei der Preisverleihung 2011 in Berlin konnte er nicht persönlich anwesend sein, da ihm zuvor ein Reiseverbot erteilt worden war. Nach dreieinhalb Jahren Gefängnis und Folter in Syrien kam Mazen Darwish im November 2015 mit Unterstützung durch die Roland Berger Stiftung nach Deutschland. Seither lebt er mit seiner Frau in Berlin, wo Mazen Darwish mit dem Preisgeld ein neues Büro für das SCM einrichten und weitere Mitarbeiter einstellen konnte. Zusammen mit sieben anderen Folterüberlebenden und mit Hilfe des European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR) versucht er nun, die Hauptverantwortlichen für die Menschenrechtsverbrechen in Syrien strafrechtlich zur Verantwortung zu ziehen. Im März 2017 hat Mazen Darwish beim Generalbundesanwalt in Karlsruhe Strafanzeige gegen sechs namentlich bekannte hochrangige Mitglieder des syrischen Geheimdienstapparats eingereicht.


Dr. Helmut Kohl (2010, † 2017)

2010 ging der Roland Berger Preis für Menschenwürde an Bundeskanzler a.D. Dr. Helmut Kohl für seine Verdienste um die Wiedervereinigung Deutschlands. Das Preisgeld spendete Helmut Kohl: Mit einem Teil wurde an der Universität Heidelberg eine "Helmut Kohl Gastprofessur für Europäische Kultur und Politische Philosophie" errichtet, der Rest floss in den Neubau eines Kinderkrankenhauses in Sri Lanka, das Helmut Kohl seit der Tsunami Katastrophe Ende 2004 unterstützte.

 


Dr. Shirin Ebadi (2009)

Die iranische Friedensnobelpreisträgerin Dr. Shirin Ebadi setzt sich seit bald 40 Jahren für die Menschenrechte in ihrer Heimat und auf der ganzen Welt ein. Mit dem Preisgeld unterstützte die Roland Berger Stiftung Ebadi bei ihrem Kampf für die Menschenrechte im Iran und die Demokratisierung des Landes.


Reporter ohne Grenzen (2009)

Seit über 30 Jahren engagiert sich die internationale Organisation Reporter ohne Grenzen mit Hauptsitz in Paris für die Pressefreiheit, prangert Verstöße gegen dieses Grundrecht an und hilft Journalisten in Not. Mit einem Teil des Preisgeldes finanzierte Reporter ohne Grenzen die Einrichtung eines Referates "Hilfe für Journalisten in Not" in Berlin, das im Januar 2010 eröffnet wurde. Es richtet sich an verfolgte Medienmitarbeiter und bietet ihnen gezielte und systematische Unterstützung in akuten Bedrohungssituationen. Außerdem unterstützte die Organisation mit dem Preisgeld im Zuge der verheerenden Flutkatastrophe in Pakistan 2010 dort ansässige Medien und sorgte dafür, dass die Nachrichtenversorgung trotz des 21 Tage andauernden Stromausfalls aufrecht erhalten bleiben konnte.


Somaly Mam (2008)

2008 wurde die kambodschanische Menschenrechtlerin Somaly Mam für ihren Kampf gegen Menschenhandel und sexuelle Versklavung als erste Preisträgerin mit dem Roland Berger Preis für Menschenwürde ausgezeichnet. Das Preisgeld wurde in drei langfristige Projekte investiert: In die "Global Awareness Campaign", um das weltweite Bewusstsein für die tragische Ausbeutung von Kindern und Frauen zu verschärfen und Unterstützer im Kampf gegen Menschenhandel zu gewinnen; in die Infrastruktur zur Versorgung der Opfer und in Schulstipendien und Ausbildungsmöglichkeiten, um den Kindern und jungen Frauen Perspektiven zu eröffnen.