Pressemitteilungen Menschenwürde

Roland Berger Stiftung sagt Veranstaltung zur Preisverleihung am 21. Oktober 2019 im Jüdischen Museum Berlin ab.

München, 19. Oktober 2019: Die für kommenden Montag geplante Veranstaltung zur Verleihung des Preises für Menschenwürde 2019 wurde vom Stifter, Herrn Prof. Dr. h.c. Roland Berger, auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Mit dieser Verschiebung möchte Roland Berger vermeiden, dass die aktuelle Berichterstattung über die Rolle seines Vaters in der Zeit des Nationalsozialismus die Würde und das Renommee dieses seit 2008 verliehenen Preises gefährdet.

Die vom „Handelsblatt“ initiierte Berichterstattung über ein Thema, das nichts mit dem Preis für Menschenwürde zu tun hat, sondern die Vater-Sohn-Beziehung von Georg und Roland Berger berührt, hat offenbar auch die Preisträger verunsichert. Verstärkt wurde diese Verunsicherung durch Nachfragen von Redakteuren der Wirtschafts-Zeitung bei einzelnen Preisträgern. Um weitere Unannehmlichkeiten für Preisträger und Freunde dieser Auszeichnung zu vermeiden und als Reaktion auf die vom polnischen Preisträger und Menschenrechtsbeauftragen Adam Bodnar sowie dem Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ vorgenommenen Absagen hat sich Herr Berger zu diesem Vorgehen entschlossen. 

Dazu teilte der Stifter Prof. Dr. h.c. Roland Berger mit: „Mit Traurigkeit und Enttäuschung habe ich zur Kenntnis genommen, dass der polnische Menschenrechtsbeauftragte Adam Bodnar und das von ihm geleitete Büro den von mir gestifteten Preis nicht annehmen möchten. Ebenso das Netzwerk Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage, das eine entsprechende Presseerklärung veröffentlichte.“ Die dritte Preisträgerin, die Organisation ichbinhier e.V., will hingegen den Preis nicht ablehnen.

In seiner Stellungnahme sagte Roland Berger, der den Preis bei einer Festveranstaltung im Jüdischen Museum Berlin überreichen wollte: „Ich respektiere diese Entscheidungen und sage die Veranstaltung für Montag ab, um weiteren Schaden von meiner Stiftung abzuwenden und den Geist der Auszeichnung für kommende Preisträger zu wahren.“ Angesichts des Medienumfelds habe er sich nun dazu entschlossen, die Verleihung auf das kommende Jahr zu verschieben. Mit den vorgeschlagenen Preisträgern werde man im Gespräch bleiben, ob und inwieweit ihr bisheriges Interesse am Preis besteht oder ob für das nächste Jahr neue Preisträger ausgewählt werden.

Die Verschiebung der Veranstaltung soll hinter den Zeitpunkt der Veröffentlichung einer von Prof. Roland Berger beauftragten umfassenden historischen Untersuchung zur Rolle seines Vaters in der Zeit des Nationalsozialismus erfolgen. Dabei geht es um die lückenlose Aufklärung von Vorwürfen im Handelsblatt, denen zufolge Roland Berger das Bild seines 1977 verstorbenen Vaters Georg Berger zu unkritisch und unvollständig gezeichnet habe. Herr Berger weist diesen Vorwurf zurück, ist aber bereit das Bild seines Vaters zu revidieren, sollten die historischen Untersuchungen ergeben, dass Georg Berger ein Profiteur des NS-Regimes gewesen sei. 

Mit der wissenschaftlichen Untersuchung hat Roland Berger die Historiker Prof. Michael Wolffsohn und Prof. Sönke Neitzel beauftragt. Deren Bericht soll voraussichtlich Ende des Jahres vorliegen und veröffentlicht werden.

 

Pressekontakt:                
Roland Berger Stiftung                                         
Ellen Daniel
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Die Roland Berger Stiftung ist eine rechtsfähige öffentliche Stiftung des bürgerlichen Rechts mit Sitz in München. Sie wurde von Prof. Dr. h.c. Roland Berger am 27. März 2008 gegründet. Die Roland Berger Stiftung ist mit einem Stiftungskapital von zunächst 50 Millionen Euro aus dem persönlichen Vermögen des Stifters dotiert und verfolgt zwei Zwecke. Beide dienen dem Ziel einer gerechteren Chancenverteilung: Mit dem regelmäßig verliehenen Roland Berger Preis für Menschenwürde ehrt die Stiftung Personen und Organisationen weltweit, die sich vorbildlich und erfolgreich für den Schutz der Menschenwürde einsetzen. Darüber hinaus fördert die Stiftung mit dem Deutschen Schülerstipendium begabte Kinder und Jugendliche mit schwierigen Startbedingungen auf ihrem Bildungsweg zum Abitur