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10 Jahre Roland Berger Stiftung - eine Erfolgsbilanz

Die Roland Berger Stiftung zieht zehn Jahre nach ihrer Gründung Bilanz. Seit 2008 wurden 17 internationale Organisationen und Persönlichkeiten mit dem Roland Berger Preis für Menschenwürde ausgezeichnet. 700 begabte und leistungswillige Kinder und Jugendliche mit schwierigen Startbedingungen werden im „Deutschen Schülerstipendium“ individuell gefördert. Rund 300 Stipendiaten haben mit einer Durchschnittsnote von 1,9 bereits das Abitur bestanden. „Chancengerechtigkeit ist das bildungs- und gesellschaftspolitische Megathema,“ sagt Roland Berger, Stifter und Vorsitzender des Kuratoriums, “zumal angesichts der Herausforderungen unserer Gesellschaft im Zeitalter der Digitalisierung.“

München, 19. März 2018: PISA im Jahr 2000 hat gezeigt, dass die soziale Herkunft eines Kindes in Deutschland wesentlich über den Bildungserfolg entscheidet. Laut OECD bestehen 77 von 100 Akademikerkindern das Abitur und beginnen ein Studium. Von 100 Nicht-Akademiker-Kindern schaffen nur 23 die Hochschulreife. Bildung als Menschenrecht, hier setzt die Roland Berger Stiftung ein Zeichen und fördert begabte und leistungswillige Kinder und Jugendliche mit schwierigen Startbedingungen individuell im Deutschen Schülerstipendium.

Das Deutsche Schülerstipendium – Alleinstellungsmerkmale

In zehn Jahren hat die Stiftung das Deutsche Schülerstipendium als das bundesweite Modell zur individuellen Förderung von begabten und leistungswilligen Schülerinnen und Schülern mit schwierigen Startbedingungen etabliert. Acht Alleinstellungsmerkmale zeichnen das Programm aus:

  1. Frühe Förderung bereits ab der Grundschule: Kein anderes Stipendienprogramm fördert bundesweit Kinder im Grundschulalter und unterstützt sie bis zum Abitur.
  2. Individuelle Förderung für jeden einzelnen Stipendiaten: Jeder Stipendiat erhält einen passgenauen Förderplan, der auf zehn Lernbereichen (wie beispielsweise Persönlichkeitsentwicklung und Werteorientierung oder Sprachkompetenz im Deutschen) und sieben methodischen Formaten (z. B. Workshops, Ferienakademien, Einzelcoachings) basiert und ihn gezielt nach seinen Begabungen und Bedürfnissen unterstützt.
  3. Jeder Stipendiat wird fit für die digitale Welt gemacht und lernt Programmieren und Codieren.
  4. Die Stipendiaten werden von ehrenamtlichen Mentoren begleitet. Derzeit sind rund 300 Mentoren aktiv.
  5. Im Mittelpunkt steht die 360-Grad-Förderung jedes einzelnen Stipendiaten, basierend auf den Begriffen „Wissen-Werte-Persönlichkeit“.
  6. Die Förderung gründet auf drei Modellen: als Einzelstipendium im ganzen Bundesgebiet, in der Profilschule Ingolstadt und in Kooperation mit 50 Partnerschulen in Deutschland.
  7. Die Stiftung kooperiert eng mit allen Landesregierungen, den Schulbehörden und öffentlichen Schulen.
  8. Das Förderprogramm wurde durch das Bayerische Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB) sowie von der Freien Universität Berlin evaluiert. Zudem wird das Programm mit einem stiftungseigenen Diagnosesystem bewertet und auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse regelmäßig weiterentwickelt.

Die Roland Berger Stiftung, die eng mit allen Kultusministerien und Schulbehörden in ganz Deutschland zusammenarbeitet, setzt sich weiter nachdrücklich bei den politisch Verantwortlichen dafür ein, die ungerechte Verteilung von Bildungschancen zu beseitigen. „Wir haben ein Modell entwickelt, das erfolgreich und wirksam ist. Unsere Expertise steht jedem Kultusministerium in jedem Bundesland zur Verfügung.  „Unser Ziel muss es sein, in den nächsten 10 Jahren die Abhängigkeit des Bildungserfolgs von der sozialen Herkunft zu beseitigen.“, betont Roland Berger.

Oberste Priorität hat nach den Worten des Stifters und Vorsitzenden des Kuratoriums zudem die digitale Qualifizierung von Lehrkräften und Schülern: „Hier müssen die Schulen unterstützt werden. Der Digitalpakt#D der neuen Bundesregierung geht in die richtige Richtung. Es müssen aber weitere Schritte folgen, sonst verliert Deutschland den Anschluss an die globale digitale Welt.“ (siehe auch separate Pressemitteilung).

Der Roland Berger Preis für Menschenwürde

Mit dem Roland Berger Preis für Menschenwürde setzt die Stiftung weltweit ein Zeichen für Menschenrechte. Sie unterstützt gerade weniger bekannte Menschenrechtsaktivisten bei ihrer Arbeit in den oft krisengeschüttelten Heimatländern. Bei der Auswahl der Preisträger arbeitet die Stiftung eng mit dem Auswärtigen Amt zusammen. Das Preisvergabekomitee, dem neben dem Vorsitzenden Prof. Dr. h.c. Roland Berger The Honourable Louise Arbour (UN-Sonderbeauftragte für internationale Migration), Dr. Shirin Ebadi (iranische Friedensnobelpreisträgerin), Dr. h.c. Joschka Fischer (ehem. Bundesaußenminister), Dr. Maria Furtwängler-Burda (Schauspielerin und Ärztin), Prof. Dr. Romano Prodi (ehem. Präsident der Europäischen Kommission) sowie Prof. Dr. Muhammad Yunus (Nobelpreisträger) angehören, entscheidet über die Auswahl der Preisträger. Hochrangige Politiker wie etwa der ehemalige Bundesaußenminister und jetzige Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, die früheren Bundespräsidenten Horst Köhler und Christian Wulff sowie Spitzenpolitiker wie der ehemalige Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert, der ehemalige polnische Außenminister Wladyslaw Bartoszewski († 2015) sowie Malu Dreyer, Präsidentin des Bundesrats und Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, überreichten die Auszeichnungen. 2013 hielt der ehemalige deutsche Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble eine Laudatio auf das Jüdische Museum, das zugleich Veranstaltungsort der Zeremonie sowie einer der Preisträger war.

2011 wurde der syrische Journalist Mazen Darwish, Gründer des „Syrian Center für Media and Freedom of Expression“(SCM), für seinen mutigen und unermüdlichen Einsatz für Presse- und Meinungsfreiheit in seinem Heimatland gewürdigt. Ein Ausreiseverbot verhinderte, dass Darwish an der Preisvergabe durch den damaligen Bundespräsidenten Christian Wulff persönlich teilnehmen konnte. Mithilfe der Stiftung und des Auswärtigen Amtes konnten Darwish und seine Frau Yara Bader im November 2015 schließlich nach Deutschland kommen. Hinter ihm lagen dreieinhalb Jahre Gefängnis und Folter in Syrien. Der syrische Geheimdienst hatte ihn verhaftet, weil seine Organisation während der friedlichen Massenproteste gegen Präsident Baschar al-Assad im Frühjahr 2011 die Namen von verhafteten, „verschwundenen“ und getöteten Journalisten und Menschenrechtlern dokumentierte.

Mit dem Preisgeld der Roland Berger Stiftung hat das Syrian Center for Media and Freedom of Speech Räume im Hinterhof eines alten Bürogebäudes in Berlin angemietet und weitere Mitarbeiter eingestellt. Sie bereiten Strafanzeigen vor, dokumentieren Verbrechen gegen die Menschenrechte in Syrien und machen diese Informationen der Öffentlichkeit zugängig.

Insgesamt 17 Preisträger wurden seit Bestehen der Stiftung ausgezeichnet. Zu ihnen zählten auch die indische Frauenrechtsorganisation „Jagori“, die pakistanische Anwältin Dr. AsmaJahangir († 2018) sowie das „Afghan Women’s Network“, die im April 2013 für ihren langjährigen und lebensgefährlichen Kampf gegen Gewalt gegen Frauen geehrt wurden.

Im vergangenen Jahr gehörte die tansanische NGO Talent Search and Empowerment (TSE) zu den Preisträgern. Sie unterstützt seit Jahren benachteiligte Jugendliche in Tansania mit einem Bildungsprogramm, um langfristig deren Lebensbedingungen zu verbessern und sie vor einem Abgleiten in die Kriminalität zu bewahren. Erstmals wird 2018 ein Alumnus des Deutschen Schülerstipendiums für ein Jahr nach Tansania gehen, um TSE bei ihrer Arbeit mit den Jugendlichen und bei der Erweiterung ihres Programms zu unterstützen.

5,3 Millionen Euro an Preisgeldern wurden bisher an die Preisträger ausgeschüttet, aber: „Beim Roland Berger Preis für Menschenwürde geht es um mehr als um finanzielle Zuwendung“, sagt Stifter Roland Berger. „Die Roland Berger Stiftung begleitet die Preisträger in enger Zusammenarbeit bei der Umsetzung ihre Projekte vor Ort und steht ihnen langfristig beratend zur Seite.“

Bildmaterial steht >>hier zum Download Verfügung.

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an:

Susanne Horstmann
Managing Director

WMP EuroCom AG, München
T. +49 89 2488 331 - 00/02
Mobil: + 49 / 160 / 99 88 00 99
Email: s.horstmann@wmp-ag.de

Claudia Piatzer
Programmleiterin Bildungsförderung,
Presse & Öffentlichkeitsarbeit
Roland Berger Stiftung

Mobil: + 49 / 151/ 180 450 55
Email: claudia.piatzer(at)rolandbergerstiftung.org

Die Roland Berger Stiftung ist eine rechtsfähige öffentliche Stiftung des bürgerlichen Rechts mit Sitz in München. Sie wurde von Prof. Dr. h.c. Roland Berger am 27. März 2008 gegründet. Die Roland Berger Stiftung ist mit einem Stiftungskapital von zunächst 50 Millionen Euro aus dem persönlichen Vermögen des Stifters dotiert und verfolgt zwei Zwecke. Beide dienen dem Ziel einer gerechteren Chancenverteilung: Mit dem regelmäßig verliehenen Roland Berger Preis für Menschenwürde ehrt die Stiftung Personen und Organisationen weltweit, die sich vorbildlich und erfolgreich für den Schutz der Menschenwürde einsetzen. Darüber hinaus fördert die Stiftung mit dem Deutschen Schülerstipendium begabte Kinder und Jugendliche mit schwierigen Startbedingungen auf ihrem Bildungsweg zum Abitur. Seit 2015 engagiert sich die Roland Berger Stiftung zusätzlich für jugendliche Flüchtlinge: Auf Grundlage des Deutschen Schülerstipendiums erarbeitet die Stiftung Bildungsprogramme für junge Flüchtlinge und betreut sie als freier Träger der Jugendhilfe.