Die Preisträger 2017


Der Roland Berger Preis für Menschenwürde 2017 geht an die Menschenrechtlerin Ann-Marie Caulker aus Sierra Leone, die tansanische NGO Talent Search and Empowerment und den deutsch-irakischen Verein WADI e.V. In diesem Jahr stehen Kinder- und Frauenrechte sowie das Recht auf Bildung im Mittelpunkt der Preisverleihung.

Ann-Marie Caulker

Ann-Marie Caulker erhält den Roland Berger Preis für Menschenwürde 2017 für ihren mutigen und erfolgreichen Einsatz für die Rechte und Würde von jungen Mädchen und Kindern in einem der ärmsten Länder der Welt. Die Menschenrechtlerin aus Sierra Leone wurde im Alter von sechs Jahren selbst Opfer von Genitalverstümmelung und hat ihr eigenes Schicksal zum Anlass genommen, sich gegen die in der Tradition ihres Landes tief verwurzelte Frauenbeschneidung zu engagieren. Mit der NGO Katanya Women’s Development Association und dem National Movement for Emancipation and Progress hat Ann-Marie Caulker zwei einflussreiche Organisationen gegründet, die jungen Frauen durch Bildung zu besseren Chancen verhelfen und gegen weibliche Genitalverstümmelung, Kinderarbeit und Kinderehe kämpfen. Sie holt Mädchen von der Straße, bildet sie aus und verhilft ihnen zu Jobs. In der von ihr gegründeten Freetown School werden derzeit rund 440 Kinder unterrichtet und betreut.
mehr Informationen zu Ann-Marie Caulker

Talent Search and Empowerment

Die NGO Talent Search and Empowerment (TSE) wird für ihren langjährigen Einsatz in der Förderung benachteiligter Jugendlicher in Tansania ausgezeichnet. TSE greift Kindern aus armen Verhältnissen unter die Arme, „um ihre Talente zu entdecken und zu fördern, langfristig die Lebensbedingungen benachteiligter Jugendlicher zu verbessern, sie so vor einem möglichen Abrutschen in die Kriminalität zu bewahren und die Stabilität in der Gesellschaft zu fördern.“ Die NGO betreibt ein Bildungscenter für mittellose Kinder und Jugendliche, vor allem Waisenkinder, eine Computerschule und einen Fußballverein. Neben Sport- und Kulturprogrammen bietet TSE Kindern und Jugendlichen Kreativkurse und klärt auf über Drogen, HIV, Schutz vor Prostitution und Schwangerschaften bei minderjährigen Mädchen. Erick Morro und Alfred Tibenderana aus Tansania sowie der Deutsche Paul Buckendahl haben die Organisation 2007 gegründet.
mehr Informationen zu Talent Search and Empowerment

WADI e.V.

Der deutsch-irakische Verein WADI e.V. erhält den Roland Berger Preis für Menschenwürde 2017 für seinen langjährigen und erfolgreichen Einsatz für die Menschenrechte und Selbstbestimmung irakischer Bürger. Derzeit kümmert sich WADI vor allem um jesidische Frauen, die aus der grausamen Gefangenschaft der Terrormiliz IS im Nordirak geflohen sind. Der Verein widmet sich einem zentralen Anliegen: Die Lebensbedingungen für Frauen in den sehr patriarchalischen Gesellschaftsstrukturen des Nahen Ostens zu verbessern und ihre Teilhabe am öffentlichen Leben zu fördern. Die Organisation initiiert u.a. Kampagnen gegen Zwangsheirat und „Ehrenmorde“, entwickelt Alphabetisierungsprogramme und betreibt Frauenzentren, die Bildungsprogramme und Rechtsberatung anbieten. Mit der Kampagne „Stop FGM in Kurdistan“ konnte WADI 2011 ein gesetzliches Verbot weiblicher Genitalverstümmelung in Kurdistan erwirken. Der Verein wurde 1992 als Dachverband von Initiativen und Einzelpersonen gegründet, die nach dem zweiten Golfkrieg 1991 der notleidenden Bevölkerung im vom Krieg zerstörten Irak Hilfe geleistet hatten. Geleitet wird WADI e.V. vom deutschen Journalisten Thomas von der Osten-Sacken und von Abdullah Sabir im Irak.
mehr Informationen zu WADI e.V.