Dr. Shirin Ebadi studierte in ihrem Heimatland Iran Rechtswissenschaften. 1975 übernahm sie als erste Frau den Senatsvorsitz des Teheraner Stadtgerichts. Kurz nach der iranischen Revolution 1979 wurde sie dieses Amtes enthoben. Erst 1993 durfte sie wieder in ihrem Beruf arbeiten. Im Jahr 2000 wurde Dr. Ebadi zu eineinhalb Jahren Gefängnis verurteilt und erhielt erneut Berufsverbot, dieses Mal für fünf Jahre. Die Zulassung als Anwältin wurde ihr nicht entzogen, weil das Berufungsgericht das Urteil nicht akzeptierte und in eine Geldstrafe umwandelte. Dennoch verbrachte Shirin Ebadi 25 Tage in Einzelhaft. Inzwischen arbeitet sie wieder als Rechtsanwältin.
Sie gründete drei Nichtregierungsorganisationen im Iran: 1994 die "Society for Protecting the Rights of the Child" und 2001 das "Defenders of Human Rights Center". 2004 gründete sie das "Center for the Mine Cleanup Project". Ziel dieses Zentrums ist es, Minenopfern zu helfen und Menschen aufzuklären, die in den minenverseuchten Gegenden der Welt leben. Sie fordert einen besseren Schutz von Frauen und Kindern und kämpft weltweit für die Menschenrechte. Trotz wiederholter Drohungen und massiver Behinderung ihrer Arbeit setzt sich Shirin Ebadi weiterhin als Anwältin für politisch Verfolgte ein. Sie verteidigt politische Gefangene und Opfer von Menschenrechtsverletzungen seit sie als Anwältin tätig ist. Einen Großteil ihrer Arbeit erbringt sie ehrenamtlich.
Shirin Ebadi hat zahlreiche wissenschaftliche Bücher und Artikel verfasst, an Universitäten weltweit Vorträge gehalten und eine Vielzahl von Ehrendoktorwürden europäischer und US-amerikanischer Universitäten verliehen bekommen. Dr. Ebadi ist Trägerin des Ordens der "Légion d'Honneur" Frankreichs sowie vielfältiger internationaler Menschenrechtspreise. 1996 erhielt Shirin Ebadi eine Auszeichnung von Human Rights Watch. 2001 wurde ihr der Rafto Prize der norwegischen Rafto Foundation for Human Rights verliehen. Im Jahr 2003 wurde sie als erster iranischer Staatsbürger und als erste moslemische Frau Friedensnobelpreisträgerin. Gemeinsam mit der Organisation "Reporter ohne Grenzen" erhielt Dr. Shirin Ebadi 2009 den Roland Berger Preis für Menschenwürde.

